Umweltverträglichkeit im UVP-Verfahren

Die Amtssachverständigengutachten bescheinigen negative Auswirkungen der geplanten Abfallverbrennungsanlage, relativieren diese jedoch mit folgender Aussage am Schluss des Gutachtens:

„Den negativen Auswirkungen stehen aus dem unmittelbaren Vorhabenszweck resultierende „positive“ Auswirkungen auf relevante Pläne und Konzepte zum Klimaschutz und zur Energieautonomie gegenüber. Das Vorhaben befördert damit unmittelbar Ziele des Landes Vorarlberg bzw. der Republik Österreich.

In Abwägung dieser Belange kann das Vorhaben aus Sicht der Autoren damit als umweltverträglich gemäß UVP-G 2000 eingestuft werden.“

Wir sind mit dieser Abwägung der Belange nicht einverstanden, da sie inhaltlich nicht nachvollzogen werden können. Nachweislich widerlegt werden kann, dass die geplante Abfallverbrennungsanlage der Rondo Ganahl AG zum Klimaschutz „positiv“ beiträgt, da sich die CO2-Emissionen bereits bei angenommen nur 82.000 Tonnen verbrannter Abfälle im Jahr rund verdreifachen. Dies ist im eigenen Gutachten des Antragstellers der Ganahl AG nachvollziehbar dargestellt:

Die Treibhausgasemissionen des Betriebes der geplanten Abfallverbrennungsanlage sind mit einem vom Antragssteller im Gutachten angenommen 56%-igen fossilen Anteil der Abfälle der gesamten beantragten zu verbrennenden Abfallmenge von 122.000 Tonnen im Jahr zukünftig 120.448 Tonnen CO2-Emissionen im Jahr. Das sind rund 4,5 mal mehr CO2-Emissionen als die jetzige Verbrennung von Erdgas mit 27.646 Tonnen im Jahr am Standort der Rondo Ganahl AG in Frastanz verursacht. Ganz im Gegenteil sind Abfallverbrennungsanlagen ohne Abscheidung der CO2-Emissionen CO2-Emissions-Hotspots.

Auch die Energieautonomie des Landes Vorarlberg ist unserer Meinung nicht erfüllt, da das gesamte brennbare Abfallaufkommen von Vorarlberg bei weitem für die beantragten Abfallarten von 122.000 Tonnen Abfälle im Jahr nicht ausreicht. Folglich wird der Betrieb der Abfallverbrennungsanlage abhängig von Abfallströmen aus nicht Vorarlberg sein und Abfälle werden über Bahn und LKW nach Frastanz transportiert. Eine aus nicht Vorarlberg abfallabhängige Energieerzeugung, zudem in privater Hand, hat mit den relevanten Plänen und Konzepten zum Klimaschutz und Energieautonomie des Landes Vorarlbergs und der Republik Österreich nichts zu tun, die erneuerbare Energien beinhalten. Erneurbare Energien sind unerschöpfliche Kräfte der Natur, zu denen vor allem Wasserkraft, Sonnenenergie und Windkraft gehören. Sie verbrauchen sich nicht und helfen dabei, die Umwelt zu schützen.

Auch die Fachgutachten, die von der Bürgerinitiative „S.O.S im Walgau“ bereits eingeholt wurden, untermauern diese Einschätzung. Wir unterstützen gerne die wertvolle Arbeit von „S.O.S Walgau“ un teilen ihre Bitte um Spenden:

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